Ausflug der ehrenamtlich Tätigen
Am 6. Mai folgten 48 Mitarbeiterinnen und Mitar­beiter der Evang. Kirchengemeinden Lustnau und Bebenhausen der Einladung zum Ausflug nach Schwäbisch Hall.

Nach zwei Stunden Fahrt im bequemen Reisebus brachte der Busfahrer die Reisegruppe wohlbehal­ten an das erste Ziel: das Kloster Großcomburg, das sich wehrhaft und majestätisch über dem Kochertal erhebt – ein Monument von europäischem Rang.

1078 wurde die Großcomburg als Benediktiner­kloster anstelle einer Burg gestiftet und erlebte im 12. Jahrhundert seine erste Blütezeit. Die Stiftskir­che St. Nikolaus wurde in romanischer Zeit errichtet. Die drei Türme, die die Kirche krönen, zeugen noch heute davon. 1488 wurde das Benediktinerkloster zu einem adeligen Chorherrenstift. Im 16. Jahrhundert entstand die Ringmauer mit dem vollständig erhal­tenen überdachten Wehrgang, der komplett begeh­bar ist und bis heute von der damaligen Wehrhaf­tigkeit zeugt. Das lichtdurchflutete Kirchenschiff von St. Nikolaus wurde in der Barockzeit zwischen 1706 und 1715 erneuert. Das vergoldete und reich verzierte Antependium schmückt den Altartisch und zeigt den herrschenden Christus in der Mitte, umge­ben von den Aposteln. Der Radleuchter mit seinem aufwändig gestalteten Reif mit zwölf Tortürmen symbolisiert das „Himmlische Jerusalem“. Nach der Säkularisierung 1802 war die Großcomburg über 90 Jahre Sitz des württembergischen Ehreninvalidenkorps. Heute beherbergt das Kloster die Landesakademie für Lehrerfortbildung.

Bei Ratsherrenpfännle, Maultaschen oder Gemü­sestrudel im „Goldenen Adler“ konnten sich alle stärken, um danach bei einer Stadtführung durch Schwäbisch Hall viel Interessantes über die Stadt und auch über den Reformator Johannes Brenz zu erfahren.

Der früheste urkundliche Beleg für die Existenz von Schwäbisch Hall und seiner Saline stammt wahr­scheinlich aus dem 11. Jahrhundert. Um 1156, unter den Staufern, richtete Kaiser Friedrich I. Barbarossa in Hall eine Münzprägestätte ein, in der die „Heller“ (= Haller Pfennig) hergestellt wurden. Saline und Münzprägung sowie der Weinhandel bescherten der Stadt eine wirtschaftliche Blüte und den Status einer Reichsstadt.

Johannes Brenz wirkte von 1522-1548 in Schwä­bisch Hall. Er wurde zum Prediger an die Michaelskirche berufen, wo er am 8. September 1522 sei­ne erste Predigt hielt. Der Auftritt Martin Luthers bei der Heidelberger Disputation 1518 beein­druckte Johannes Brenz tief und war der Beginn einer lebenslangen engen Verbindung zwischen ihm und Luther. Brenz begann in Hall schnell reformato­risch zu wirken. Mit der Kirchenordnung von 1527 entwarf Brenz die Neugestaltung der religiösen Ver­hältnisse in Schwäbisch Hall. Predigt, Taufe und Abendmahl erhielten eine neue Form, so auch der Ablauf des Gottesdienstes. Wichtiges Unterrichts­element im Schulunterricht war der von ihm ver­fasste Katechismus von 1535. Endgültig durchge­setzt wurde die Reformation in Schwäbisch Hall und dem dazugehörenden Landgebiet mithilfe der von Brenz geschriebenen Kirchenordnung von 1543. Nachdem Kaiser Karl V. Schwäbisch Hall besetz­te und Johannes Brenz zum Widerstand gegen den Kaiser aufgefordert hatte, musste er 1548 aus der Stadt fliehen, wo er seine Frau Margarethe und seine sechs Kinder zurücklassen musste. Unter dem Schutz Herzog Ulrichs versteckte er sich an ver­schiedenen Orten, unter anderem auf Burg Hohen-wittlingen und auf Burg Hornberg. Erst 1551 konnte er wieder offen auftreten.

Der Stadtrundgang endete mit der Besichtigung der Michaelskirche und natürlich mit der Begehung der Freitreppe. Bis zur Heimfahrt um 17 Uhr war noch Zeit zur Besichtigung der Johanniterkirche, für einen Besuch der Kunsthalle Würth oder des Hällisch-Fränkischen Museums oder einfach für ein entspanntes Kaffeetrinken rund um den Marktplatz bei herrlichem Sonnenschein.

Ruth Reinhardt

 

Jahreslosung 2017

Jahreslosung im Verlag am Birnbach
Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen

Kirchenjahr

Mit nachstehendem Link können Sie sich sehr anschaulich über den Verlauf des Kirchenjahres informieren.
https://www.kirchenjahr-evangelisch.de/index.php#2016-5-0 
Die angegebenen Predigttexte können im Einzelfall von dem in diesem Gottesdienst in unserer Klosterkirche verwendeten Predigttext abweichen. Bitte informieren Sie sich in unseren aktuellen Gottesdiensthinweisen.
Wir sind bemüht, Ihnen den jeweilig aktuellen Predigttext anzubieten, können es aber aus organisatorischen Gründen nicht garantieren.

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